Verfassungsportugaleser
Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Holzhandelsfirma Jacob Jürgensen überreichte 2007 Wirtschaftssenator Gunnar Uldall, Präses der Behörde für Wirtschaft und Arbeit, im Turmsaal des Rathauses den Verfassungsportugaleser an die Geschäftsführer der Firma.
Deutung des Verfassungsportugalesers
Der "Verfassungsportugaleser" ist 1956 auf Beschluss des Senats in Anknüpfung an einen früheren hamburgischen Brauch geschlagen worden. Portugaleser, d.h. ursprünglich besonders ansehnliche portugiesische Goldmünzen, waren in Hamburg schon seit dem 16. Jahrhundert als Geschenk beliebt. Nachdem die Münzen nicht mehr geprägt wurden, erlaubte der Senat zu verschiedenen Anlässen, Medaillen gleicher Größe und gleichen Gewichts zu schlagen oder veranlasste selbst deren Anfertigung, um sie als Ehrengeschenke zu verwenden.
Der Verfassungsportugaleser von 1956 erinnert an die Tradition der demokratischen Verfassung in Hamburg und deren Wiederherstellung nach 1945, abschließend durch das Verfassungswerk von 1952.
Die von Professor Mataré entworfene Ausschmückung des Verfassungsportugalesers weist auf die freiheitliche Tradition und Verfassung Hamburgs hin. Auf der Vorderseite ist der Fackeltragende, aus den Wolken kommende Arm als Symbol des Lichtes der freiheitlichen Rechtsordnung göttlichen Ursprungs zu deuten; es soll über die für Hamburg lebenswichtigen Weltmeere leuchten, die durch zwei Meerweibchen versinnbildlicht sind. Ferner ist der Text des seit dem 17. Jahrhundert bekannten Wahlspruchs der Stadt wiedergegeben, der heute über dem Rathausportal eingemeißelt ist:
"Libertatem quam pepere maiores, digne studeat servare posteritas".
(Die Freiheit, welche die Vorfahren errungen haben, strebe die Nachwelt, würdig zu bewahren.)
Übergabe durch Senator Gunnar Uldall (2.v.l.) an die Jacob Jürgensen Geschäftsführer Andreas von Möller (links), Wrold E. Wroldsen (3.v.r) und Andreas Franke (rechts).
Foto: Jürgen Joost